Benevento Resolution

Benevento Resolution [114 KB]
Englische Fassung

The International Commission for Electromagnetic Safety (ICEMS) held an international conference entitled .The Precautionary EMF Approach: Rationale, Legislation and Implementation., hosted by the City of Benevento, Italy, on February 22, 23 & 24, 2006. The meeting was dedicated to W. Ross Adey, M.D. (1922-2004). The scientists at the conference endorsed and extended the 2002 Catania Resolution and resolved that:

Benevento Resolution [114 KB]
Deutsche Fassung

Die Internationale Kommission für Elektromagnetische Sicherheit (ICEMS), unterstützt durch die Stadt Benevento, Italien, veranstaltete vom 22. - 24. Februar 2006 die Internationale Konferenz “The Precautionary EMF Approach: Rationale, Legislation and Implementation”.
Das Treffen war W. Ross Adey, M.D. (1922-2004) gewidmet. Die an der Konferenz teilnehmenden Wissenschafter unterzeichneten und erweiterten die Resolution von Catania 2002 und beschlossen:


1. Es haben sich weitere Beweise angehäuft, die darauf hinweisen, dass Gesundheitseffekte bei Arbeitsplatzexposition und Bevölkerungsexpositionen
gegenüber elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern, oder EMF1, bei gegenwärtigen Expositionen bestehen. Benötigt wird aber noch nicht realisiert ist eine umfassende, unabhängige und transparente Untersuchung der Beweise, die auf dieses aufkommende potentielle Thema der Öffentlichen Gesundheit zeigen.

2. Die Mittel für eine derartige Beurteilung sind angesichts des explosiven Wachstums drahtloser Kommunikation und der gewaltigen laufenden Investitionen in die Energieübertragung höchst unangemessen.

3. Es gibt Beweise, dass derzeitige Förderstellen die Analyse und Interpretation von Forschungsergebnissen in Richtung auf eine Ablehnung von Beweisen für mögliche Risiken für die öffentliche Gesundheit beeinflussen.

4. Argumente, dass schwache EMF (niedrige Intensität) biologische Systeme nicht beeinflussen können, repräsentieren nicht das derzeitige Spektrum wissenschaftlicher Meinung.

5. Basierend auf unserem Überblick der wissenschaftlichen Datenlage können biologische Effekte bei Expositionen gegenüber extrem niederfrequenten Feldern (ELF EMF) und hochfrequenten Feldern (RF EMF) auftreten. Epidemiologische und experimentelle (sowohl in vivo als auch in vitro) Beweise zeigen, dass die Exposition gegenüber einigen ELF EMF das Krebsrisiko bei Kindern erhöhen kann und andere Gesundheitsprobleme bei Kindern und Erwachsenen verursachen kann. Weiters gibt es zunehmende epidemiologische Beweise, die ein erhöhtes Gehirntumorrisiko bei der Langzeitnutzung von Mobiltelefonen zeigen, der erste Bereich hochfrequenter EMF (RF EMF), der begonnen wurde umfassend untersucht zu werden. Epidemiologische Studien und Laborstudien, die ein erhöhtes Risiko für Krebs und andere Erkrankungen bei Arbeitsplatzexpositionen zeigen, dürfen nicht ignoriert werden. Laboruntersuchungen zu Krebs und anderen Erkrankungen haben gezeigt, dass Überempfindlichkeit gegenüber EMF zum Teil auf eine genetische Prädisposition zurückzuführen sein könnte.

6. Wir ermutigen Regierungen Rahmenrichtlinien für die Bevölkerungs- und Arbeitsplatzexposition einzuführen, die das Vorsorgeprinzip2 widerspiegeln- wie es
einige Staaten schon getan haben. Vorsorgestrategien sollten auf Konstruktions- und Durchführungsnormen basieren und nicht unbedingt numerische Grenzen definieren, da solche Grenzen fälschlicherweise als Grenzen, unter denen keine adversen Effekte auftreten, interpretiert werden könnten.

Diese Strategien sollten beinhalten:

6.1. Förderung von Alternativen zu drahtlosen Kommunikationssystemen, z.B. Verwendung von Glasfaser – und Koaxialkabeln; Konstruktion von Mobiltelefonen, die
eine sicherere Nutzung gewährleisten, inklusive eine Abstrahlung weg vom Kopf; Erhaltung bestehender kabelgebundener Telefonnetzwerke; in der Nähe von
Siedlungsgebieten Errichtung von Stromleitungen als Erdleitung, Errichtung in Wohngebieten nur als letzte Möglichkeit.

6.2. Information der Bevölkerung über die möglichen Risiken der Verwendung von Mobil- und Schnurlostelefonen. Beratung der Konsumenten, drahtlos geführte Gespräche zu begrenzen und für längere Gespräche ein kabelgebundenes Telefon zu verwenden.

6.3. Begrenzung der Verwendung von Mobil- und Schnurlostelefonen durch Kinder und Jugendliche auf das geringst mögliche Maß; dringendes Verbot der Bewerbung dieser Gruppe durch die Telekommunikationsfirmen.

6.4. Vorschreibung für die Hersteller, bei jedem Mobil- und Schnurlostelefon Freisprechausrüstungen (über Lautsprecher oder Ohrhörer) mitzuliefern.

6.5. Schutz von Arbeitern gegenüber EMF erzeugenden Geräten durch Zugangsbeschränkungen und EMF Schirmung von Individuen und baulichen Einrichtungen.

6.6. Planung von Kommunikationsantennen und Sendetürmen mit Minimierung der Exposition des Menschen. Registrierung von Mobilfunkbasisstationen durch lokale
Planungsagenturen und Verwendung computerbasierter Kartentechnologie um die Öffentlichkeit über mögliche Expositionen zu informieren. Vorschläge für stadtweite
drahtlose Zugangssysteme ( z.B. WiFi, WIMAX, Breitband über Kabel oder Stromnetze oder vergleichbare Technologien) sollten einen öffentlichen Überblick über die
potentiellen EMF Expositionen enthalten und wenn sie installiert wurden, sollten Gemeinden sicherstellen, dass diese Information für alle verfügbar ist und zeitgerecht aktualisiert wird.

6.7. Ausweisung von strahlungsfreien Zonen in Städten, in öffentlichen Gebäuden (Schulen, Krankenhäusern, Wohngebieten) und in öffentlichen Verkehrsmitteln, um den Zugang für Personen, die gegenüber EMF überempfindlich sind, zu ermöglichen.

7. ICEMS3 ist bereit, Behörden in der Entwicklung eines EMF Forschungsplanes zu unterstützen. ICEMS fördert die Entwicklung von klinischen und epidemiologischen
Protokollen zur Untersuchung von geographischen Häufungen von Personen mit berichteten allergischen Reaktionen und anderen Erkrankungen oder Empfindlichkeiten gegenüber EMF und die Dokumentation der Wirksamkeit von präventiven Interventionen. ICEMS unterstützt die wissenschaftliche Zusammenarbeit und den Überblick von Forschungsergebnissen. Wir, die unterzeichnenden Wissenschafter, stimmen zu, den Einsatz für die EMF Forschung und die Entwicklung von Strategien zum Schutz der öffentlichen Gesundheit durch kluge Anwendung des Vorsorgeprinzips zu fördern.


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